Startschuss der Marktplattform

Das RegHEE-Team atmet einmal tief durch und erreicht einen weiteren Meilenstein im Projekt: Am vergangenen Freitag, den 11. Juni, hat es die Marktplattform für den lokalen Energiemarkt in Oberhausen in Betrieb genommen.

Auf der Marktplattform werden die produzierten Strommengen, die ge- oder verkauft werden sollen, verbucht. Über eine angeschlossene Benutzeroberfläche kann der Hausbesitzer seine Verbräuche verfolgen und auch den Preis eingeben, den er bei Stromüberschuss, also Verkauf, mindestens erzielen möchte, beziehungsweise bei Kauf maximal bereit ist zu zahlen. 
Bislang sind sechs Teilnehmer angeschlossen. Die ersten Ergebnisse aus dem lokalen Energiemarkt werden veröffentlicht, sobald alle 20 Teilnehmer angebunden sind. In der kommenden Woche werden für die ersten sechs installierten Teilnehmer zudem die individuellen Nutzerbereiche freigeschaltet. 
Stimmen zum Meilenstein:

Michel Zade (Doktorand TUM):

Wir sind stolz, dass wir die Plattform nun in Betrieb nehmen konnten. Hinter uns liegen anstrengende Wochen voller Herausforderungen in der Administration, der praktischen Konfiguration der Hardware bei den ersten Teilnehmern und der Plattformentwicklung. Umso mehr freut es uns, dieses wichtige Zwischenziel der Plattforminbetriebnahme erreicht zu haben. In den kommenden Wochen und Monate wird es jedoch nicht weniger spannend: die übrigen Teilnehmer werden eingebunden, die Plattform muss sich im Realbetrieb beweisen, die dezentrale Blockchain-Lösung finalisiert werden und nicht zuletzt freuen wir uns auf die Interaktionen mit unseren Feldtestteilnehmer. 
Michel Zade
Sebastian Dirk Lumpp

Sebastian Dirk Lumpp (Doktorand TUM):

Ich bin vor allem gespannt darauf, zu sehen, wie groß die Differenz zwischen den Prognosen und der tatsächlich erzeugten Energie sein wird. Lösungen zu finden, wie diese Differenzen minimiert und gerecht zwischen den Teilnehmern verrechnet werden können, wird eine große Aufgabe im weiteren Projektverlauf sein.

Michael Brassler (Geschäftsführer, Biber und Brassler Elektrotechnik, Ehekirchen):

Als wir die Messgeräte bei den ersten Teilnehmern installierten, haben wir gemerkt, dass sich der Aufbau im Labor nicht bei allen Teilnehmern eins zu eins auf deren Hausinstallation übertragen lässt. Mittlerweile haben wir entsprechende Lösungen für individuelle Schaltungen gefunden und können die Zähler routiniert bei den Teilnehmern einbauen.

 

Michael Brassler
Urlich Sperling

Ulrich Sperling (Projektleiter für die Thüga AG):

Die Inbetriebnahme der Plattform zeigt, dass wir viel geschafft haben. Wir werden im Laufe der kommenden Monate sehen, ob sich adäquate Preise am Markt bilden, ob es viel Überdeckung zwischen Erzeugung und Verbrauch gibt und ob die Komponenten außerhalb des Labors stabil funktionieren. Glücklicherweise haben wir mit Michael Brassler einen lokalen Installateur, der offen für unser Konzept ist und gleichzeitig seine langjährige Praxiserfahrung einbringt, um unserer Messaufbau an die individuellen Hausanschlüsse unserer Teilnehmer anzupassen. Dank seines Engagements können wir die durch Corona bedingte kurze Labor- und Erprobungsphase sehr gut kompensieren.

Peter Tzscheutschler (Projektleiter für die TUM):

Nun ist es endlich soweit, dass wir unsere theoretisch erdachten und bisher nur am Computer simulierten Konzepte in der Praxis anwenden können. Wir sind unseren Feldtesteilnehmen sehr dankbar, dass sie sich in unser Projekt einbringen und uns die Praxiserprobung ermöglichen. Die ohnehin anspruchsvolle Umsetzung des Realbetriebs hat uns aufgrund der Corona Epidemie vor zusätzliche Herausforderungen gestellt, die das Projektteam jedoch gut gemeistert hat. 
Peter Tzscheutschler

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